same same?

18. November 2024. Vor einem Jahr habe ich auf den letzten Metern noch die Sneakers, die Gesichtsmasken und ein paar Shirts aus meinem Riesenrucksack entfernt. Spoiler: Ich hatte trotzdem viel zu viel mit und hab das ein oder andere Teil auch später noch verschenkt. Vor einem Jahr bin ich in einen Flieger gestiegen und habe mich fünf Monate rausgenommen. Aus dem Alltag, aus dem österreichischen Winter, zu einem großen Teil auch aus meinem Arbeitsumfeld, aus finanzieller Sicherheit, aus Gewohntem. Vor einem Jahr war die Vorfreude groß, die Unsicherheit auch. Vor allem aber hatte ich sehr viel Hoffnung und große Erwartungen. Vieles hat sich auch erfüllt, aber auf die weltverändernde, lebensumwerfende Erleuchtung und Weisheit warte ich noch immer.

Ich bin mit der leisen Hoffnung aufgebrochen, dass ich als neuer Mensch zurückkommen würde. Als eine Person, die genau weiß, wo sie hingehört, die einen Traum verfolgt und die kompromisslos sie selbst sein kann. Zugegeben, das war vielleicht etwas zu viel verlangt. Ich möchte nicht sagen, dass sich nicht viel in mir verändert hat, aber den easy way out habe ich leider weder im Dschungel in Borneo noch am Strand auf Siargao gefunden. Die Frage ist doch auch: Was habe ich überhaupt gesucht? Mich? Ich hab‘ mich doch gar nicht verloren. Vielleicht habe ich eher die neue, bessere, erwachsenere Version von mir gesucht. Die, die über allem steht, sich alles zutraut, alles schafft und weiß, was sie kann.

Ein Jahr später weiß ich, dass ich diese Person nicht am anderen Ende der Welt suchen muss. (Es spricht aber trotzdem nichts dagegen!) Ich weiß, dass ich sie eigentlich eh schon ziemlich gut kenne. Ich weiß, dass diese Reise sehr wichtig für sie war und dass Transformation oft so stückchenweise passiert, dass man sie erst am Blick zurück erkennt.

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lost in self employment